Freitag, 8. Mai 2015

Mittelaltermarkt in Hildesheim

3 Jahre sind seit meinem letzten Mittelaltermarkt vergangen. 3 Jahre!
Wer die Fotos von damals nochmal sehen möchte, hier gibt es Teil  1, Teil 2, Teil 3, und Teil 4.

Vom 1. bis zum 3. Mai fand in Hildesheim wieder ein Mittelaltermakrt in meiner Nähe statt. Und weil Corrisande mit den Filii Leonis dort lagerte, besuchte ich sie für einen Tag.

Der Markt und die Lager erstrecken sich entlang des Ufers.am Hohnsensee, was nicht nur schön abgeschnitten von der modernen Zivilisation ist, sondern auch sehr idyllisch aussieht.


Das mittelalterliche Lagerleben

 



Wenn man sein Lager auf einem Mittelaltermakrt aufschlägt, muss man ein paar Regeln beachten. Zum Beispiel, dass man eine mittelalterliche Gewandung trägt, mittelalterliches Handwerk betreibt und die Gummibärchen in einem Körbchen versteckt, damit kein Plastik auf dem Tisch herumliegt. Umso mehr hat mich gefreut, dass ich so gastfreundlich von den Filii Leonis behandelt wurde. Trotz meiner Zivilkleidung und meines Zauberkastens um den Hals (Kamera), durfte ich den ganzen Tag am Lagerleben teilnehmen. Ich konnte mit am Tisch sitzen und bekam heißen Tee und selbstgebackenes Brot angeboten (beides sehr lecker).

Als immer mehr Besucher eintrafen, ging ich auch los, um mir den Rest des Marktes anzusehen. Die Filii Leonis hatten sehr interessante Nachbarn, zum Beispiel Tempelritter und Vikinger. Besonders auffällig ist, mit wie viel Liebe zum Detail die einzelnen Lager gestaltet werden. Man fühlt sich wirklich, als wäre man in der Zeit gereist. Zudem gibt es vor allem für Kinder an jeder Ecke Dinge zum Ausprobieren, zum Beispiel Bogenschießen, Vikingerschiffe angeln oder Ringewerfen.


Das Wappen der Filii Leonis und Corrisandes überaus gemütliches Zelt

Die Vikinger von nebenan und ein Markt-Flirt

Mit Liebe zum Detail: Die Deko im Lager

Korbflechterin bei der Arbeit

Triff die Burg. Bogenschießen für Kinder


Musik und Tanz

 



Wenn man so über den Markt schlendert, kommt man auch in den Genuß von musikalischen Einlagen und Tanzdarbietungen. Beliebtestes Lied: The Rains of Castamere. Nicht nur beim Soundcheck wurde es angestimmt, sondern in gefühlt jedem zweiten Zelt, an dem ich vorbei kam. In dieser Umgebung hatte ich schnell Gänsehaut, sobald die ersten Klänge ertönten. Aber auch mit fröhlicherer Musik wurde man unterhalten, zum Beispiel von diesen zwei jungen Herren, die durchs Lager zogen und mal hier mal da Halt machten.

Lustige Lagermusik

Die Tanzgruppe "Hands Six" aus Hannover zeigte regelmäßig ein paar Tänze aus ihrem Repertoire und begeisterte damit das Publikum. Außerdem bekam man zu jedem Tanz ein paar interessante Informationen und Fakten, so dass man noch etwas lernen konnte.








Kleider, Hüte und Flechtfrisuren

 



Was mich an Mittelaltermärkten immer am meisten fasziniert sind die teilweise sehr aufwändigen Gewänder, die Aussteller, Händler und Besucher tragen. Ich kann mich einfach nicht satt sehen an den schönen Röcken, Kapuzen, Farben und Accesoires. Von historisch akkuraten Schnitten über Gothik-Kleider bis zu Fantasy-Kostümen ist alles vertreten. Und auf die prächtigen Flechtfrisuren mancher Damen kann man nur neidisch sein.

Mittelalter-Fans in ihrer natürlichen Umgebung





Johanniter kurz vor dem großen Einmarsch

Die Markthexe

Der Adel zieht durch das Lager


Von Rittern und Prinzessinnen

 



Worauf ich mich am meisten freute, war das Ritterturnier, denn ich hatte bis dahin noch keines live gesehen. Das Turnier in Hildesheim wurde von der Reitkampfgruppe "Mandshur Tengri" aufgeführt. 3 Reiter und eine Amazone kämpften in mehreren Disziplinen um die Gunst einer Prinzessin, die "ganz freiwillig" zu Anfang der Darbietung aus dem Publikum ausgewählt wurde.

Zu den Herausforderungen, denen sich die Kämpfer und die Amazone stellen mussten, gehörten das Aufsammeln von Kelchen aus dem Ritt, das Salat-Köpfen mit einer Axt, das Ringe-Aufsammeln mit dem Speer und das Schafkopf-Aufspießen. Zum Schluss traten Ishi Khan und Ritter Heinrich von Brunswick im Tjostkampf gegeneinander an, den Heinrich für sich entschied und somit das Herz der Prinzessin eroberte.


Auf der Suche nach der geeigneten Prinzessin

Der Herold eröffnet das Turnier

Ishi Khan


Heinrich von Brunswick

Amazone und Tante der Prinzessin







Überhauot nicht von sich überzeugt




Schlag den Apfel vom Kopf des Knappen









Der entscheidende Tjostkampf

Der Sieger bei der Ehrenrunde


Den Rest des Abends verbrachte ich wieder am Feuer der Filii Leoni bei einem schönen Sonnenuntergang am Hohnsensee.

Das Lager bei Sonnenuntergang

Freitag, 24. April 2015

The best weeks of my life

G.I.S.H.W.H.E.S. oder auch Greatest Internation Scavanger Hunt the World Has Ever Seen ist ein verrücktes Event, das regelmäßig im August stattfindet. Initiiert wurde die Aktion 2011 von Schauspieler Misha Collins, der in der Serie Supernatural den Engel Castiel spielt. Aufgrund seiner riesigen Fangemeinde nehmen jedes Jahr Tausende von Menschen an Gishwhes teil. Nicht zuletzt, weil das Team mit den meisten Punkten eine Reise mit dem Publikumsliebling gewinnen kann.

Wie funktioniert das Ganze?
Ca. ein halbes Jahr vor Start der Schnitzeljagt hat man Zeit, sich mit einem Team oder alleine auf der Gishwhes-Webseite zu registrieren (Teilnehmer ohne Team werden zufällig zu Teams zusammengefügt). Am ersten Tag der Aktion wird eine Liste mit 150-200 Aufgaben veröffentlicht und man hat etwa eine Woche Zeit, mit seinem 15-köpfigen Team so viele davon wie möglich zu erledigen. Die Spannbreite der Aufgaben ist groß, von kreativen Kunstobjekten über peinliche Darbietungen in der Öffentlichkeit bis hin zu gemeinnützigen Aktionen und Handlungen der Güte ist alles dabei. Spaß, Kreativität, Menschen helfen und Neues wagen, stehen dabei im Vordergrund.

Ich bin im Mai 2013 auf Gishwhes aufmerksam geworden, als ich nach einem Supernatural Marathon spontan zu einer Supernatural Convention in Frankfurt reiste. Einer der Gäste war Misha Collins und Gishwhes ein großes Thema bei seinem Panel. Sofort war ich begeistert von der Aktion und auch meine Begleitung fand die Idee ganz großartig. Über Twitter fanden sich schnell 13 weitere Interessenten, die "Consulting Timelords" waren geboren.

Von vornherein war uns klar, dass wir vor allem Spaß miteinander haben (auch wenn wir teilweise hunderte Kilometer entfernt wohnen) und über uns hinauswachsen wollten. Wichtigste Team-interne Regel: So viel wie möglich schaffen und wenn etwas doch nicht klappt, ist es nicht so schlimm.

Durch Gishwhes und die Consulting Timelords habe ich Freunde fürs Leben gefunden, die ich nie mehr missen möchte. Menschen, die verrückt genug sind, sich auf der Domplatte in Köln im Pyjama eine Kissenschlacht zu liefern, muss man einfach gern haben.

Meine bisherigen zwei Gishwhes-Wochen waren geprägt von lustigen Fotoshootings mit tollen Menschen, von verrückten Bastelarbeiten und Zeichen-Herausforderungen. Ich habe herausgefunden, dass man mit genug Schlafentzug Dinge schafft, die man nie für möglich gehalten hätte und dass selbst um 4 Uhr morgens jemand aus der Gruppe noch oder schon wach ist, um auf verzweifelte Whatsapp Nachrichten zu reagieren.

Ich habe am Strand von Mallorca Schauspielerinnen in den Sand gezeichnet und nur Stunden später einen Stormtrooper im Hannoverschen Waschsalon getroffen. Ich habe ein Kleid aus Wassermelonenschalen gebastelt (und mich eine Woche lang nur von übriggebliebenen Wassermelonen ernährt), mich mit einem Kochtopf auf dem Kopf fotografiert, Stonehenge aus Pappe nachgebaut, den Weg vor dem Haus mit Straßenmalkreiden "verschönert", Captain Picard mit Ketchup und Senf gemalt, mein Fahrrad zum Spaceship umgewandelt und mich in eine Statue verwandelt. Ich habe mitten in der Nacht komplizierte Konstruktionen mit Spiegeln und Kerzen aufgebau, einen fiktiven Reiseprospekt entworfen, den Satz des Pythagoras in einer Bildergeschichte für Kinder erklärt (oder es zumindest versucht). Ich habe mich beim Kinderschminken auf dem Stadtfest bemalen lassen, versucht mit meiner Schwester im Meer auf Luftmatratzen über ein Dosentelefon zu kommunizieren, eine Papierboot-Regatta im Springbrunnen veranstaltet und "Carry on my wayward son" von Kansas auf Rasseln aus Eichelkappen gespielt.

Und wenn ich mal an mir zweifle, dann muss ich mir nur unser Teamvideo von 2013 anschauen und schon weiß ich wieder, was man alles erreichen kann:



Ich weiß noch nicht, ob ich dieses Jahr mitmachen kann, wie der Großteil meines Team.  Aber noch sind ja 12 Wochen Zeit, um sich zu entscheiden.

Zum Schluss noch eine kleine Auswahl meiner Gishwhes-Beiträge. (Mehr von meinem Team, den Consulting Timelords, gibt es übrigens auf unserem Tumblr zu sehen. Leider nicht annähernd vollständig ^^; )


Entwerfe eine Gishwhes-Reisebroschüre

Benutze Sand als Papaier und deinen Finger als Stift, um Felicia Day oder George Takei zu zeichnen

Fotografiere einen Stormtrooper im Waschsalon

Lass dein Gesicht beim Kinderschmiken bemalen

Veranstalte eine Papier-Schiff-Regatta im Springbrunnen mit mindestens 5 Schiffen und Menschen, die sie anfeuern

Baue dein Fahrrad zu einem Raumschiff um

Stelle eine Szene aus Stonehenge Apocalypse als Miniatur nach

Male einen der Supernatural Writer mit Straßenmalkreiden auf den Gehweg (bei mir Robbie Thompson btw)

Smoke and Mirrors

Male Captain Picard mit Senf, Ketchup und Co

Ahme eine bekannte Skulptur in deiner Stadt nach

Es lohnt sich übrigens, auf der Gishwhes Seite etwas zu stöbern, die Testimonials zu lesen und sich die besten Beiträge aus den vergangenen Jahren anzugucken. Da sind ein paar sehr sehr tolle Sachen dabei.