Freitag, 24. April 2015

The best weeks of my life

G.I.S.H.W.H.E.S. oder auch Greatest Internation Scavanger Hunt the World Has Ever Seen ist ein verrücktes Event, das regelmäßig im August stattfindet. Initiiert wurde die Aktion 2011 von Schauspieler Misha Collins, der in der Serie Supernatural den Engel Castiel spielt. Aufgrund seiner riesigen Fangemeinde nehmen jedes Jahr Tausende von Menschen an Gishwhes teil. Nicht zuletzt, weil das Team mit den meisten Punkten eine Reise mit dem Publikumsliebling gewinnen kann.

Wie funktioniert das Ganze?
Ca. ein halbes Jahr vor Start der Schnitzeljagt hat man Zeit, sich mit einem Team oder alleine auf der Gishwhes-Webseite zu registrieren (Teilnehmer ohne Team werden zufällig zu Teams zusammengefügt). Am ersten Tag der Aktion wird eine Liste mit 150-200 Aufgaben veröffentlicht und man hat etwa eine Woche Zeit, mit seinem 15-köpfigen Team so viele davon wie möglich zu erledigen. Die Spannbreite der Aufgaben ist groß, von kreativen Kunstobjekten über peinliche Darbietungen in der Öffentlichkeit bis hin zu gemeinnützigen Aktionen und Handlungen der Güte ist alles dabei. Spaß, Kreativität, Menschen helfen und Neues wagen, stehen dabei im Vordergrund.

Ich bin im Mai 2013 auf Gishwhes aufmerksam geworden, als ich nach einem Supernatural Marathon spontan zu einer Supernatural Convention in Frankfurt reiste. Einer der Gäste war Misha Collins und Gishwhes ein großes Thema bei seinem Panel. Sofort war ich begeistert von der Aktion und auch meine Begleitung fand die Idee ganz großartig. Über Twitter fanden sich schnell 13 weitere Interessenten, die "Consulting Timelords" waren geboren.

Von vornherein war uns klar, dass wir vor allem Spaß miteinander haben (auch wenn wir teilweise hunderte Kilometer entfernt wohnen) und über uns hinauswachsen wollten. Wichtigste Team-interne Regel: So viel wie möglich schaffen und wenn etwas doch nicht klappt, ist es nicht so schlimm.

Durch Gishwhes und die Consulting Timelords habe ich Freunde fürs Leben gefunden, die ich nie mehr missen möchte. Menschen, die verrückt genug sind, sich auf der Domplatte in Köln im Pyjama eine Kissenschlacht zu liefern, muss man einfach gern haben.

Meine bisherigen zwei Gishwhes-Wochen waren geprägt von lustigen Fotoshootings mit tollen Menschen, von verrückten Bastelarbeiten und Zeichen-Herausforderungen. Ich habe herausgefunden, dass man mit genug Schlafentzug Dinge schafft, die man nie für möglich gehalten hätte und dass selbst um 4 Uhr morgens jemand aus der Gruppe noch oder schon wach ist, um auf verzweifelte Whatsapp Nachrichten zu reagieren.

Ich habe am Strand von Mallorca Schauspielerinnen in den Sand gezeichnet und nur Stunden später einen Stormtrooper im Hannoverschen Waschsalon getroffen. Ich habe ein Kleid aus Wassermelonenschalen gebastelt (und mich eine Woche lang nur von übriggebliebenen Wassermelonen ernährt), mich mit einem Kochtopf auf dem Kopf fotografiert, Stonehenge aus Pappe nachgebaut, den Weg vor dem Haus mit Straßenmalkreiden "verschönert", Captain Picard mit Ketchup und Senf gemalt, mein Fahrrad zum Spaceship umgewandelt und mich in eine Statue verwandelt. Ich habe mitten in der Nacht komplizierte Konstruktionen mit Spiegeln und Kerzen aufgebau, einen fiktiven Reiseprospekt entworfen, den Satz des Pythagoras in einer Bildergeschichte für Kinder erklärt (oder es zumindest versucht). Ich habe mich beim Kinderschminken auf dem Stadtfest bemalen lassen, versucht mit meiner Schwester im Meer auf Luftmatratzen über ein Dosentelefon zu kommunizieren, eine Papierboot-Regatta im Springbrunnen veranstaltet und "Carry on my wayward son" von Kansas auf Rasseln aus Eichelkappen gespielt.

Und wenn ich mal an mir zweifle, dann muss ich mir nur unser Teamvideo von 2013 anschauen und schon weiß ich wieder, was man alles erreichen kann:



Ich weiß noch nicht, ob ich dieses Jahr mitmachen kann, wie der Großteil meines Team.  Aber noch sind ja 12 Wochen Zeit, um sich zu entscheiden.

Zum Schluss noch eine kleine Auswahl meiner Gishwhes-Beiträge. (Mehr von meinem Team, den Consulting Timelords, gibt es übrigens auf unserem Tumblr zu sehen. Leider nicht annähernd vollständig ^^; )


Entwerfe eine Gishwhes-Reisebroschüre

Benutze Sand als Papaier und deinen Finger als Stift, um Felicia Day oder George Takei zu zeichnen

Fotografiere einen Stormtrooper im Waschsalon

Lass dein Gesicht beim Kinderschmiken bemalen

Veranstalte eine Papier-Schiff-Regatta im Springbrunnen mit mindestens 5 Schiffen und Menschen, die sie anfeuern

Baue dein Fahrrad zu einem Raumschiff um

Stelle eine Szene aus Stonehenge Apocalypse als Miniatur nach

Male einen der Supernatural Writer mit Straßenmalkreiden auf den Gehweg (bei mir Robbie Thompson btw)

Smoke and Mirrors

Male Captain Picard mit Senf, Ketchup und Co

Ahme eine bekannte Skulptur in deiner Stadt nach

Es lohnt sich übrigens, auf der Gishwhes Seite etwas zu stöbern, die Testimonials zu lesen und sich die besten Beiträge aus den vergangenen Jahren anzugucken. Da sind ein paar sehr sehr tolle Sachen dabei.

Mittwoch, 1. April 2015

London Adventures: Sherlock Fangirl Style

1. Kronjuwelen im Tower of London
2. St. Bart's
3. Straße, in der die Serien Baker Street gedreht wird
4. Echte Baker Street


Samstag, 28. März 2015

London Adventures: Fangirl Style

1. Earl's Court (Doctor Who)
2. Millenium Bridge (Ashes to Ashes)
3. Italian Gardens in den Kensington Gardens (Bridget Jones)
4. Gleis 9 3/4 in Kings Cross (Harry Potter)


Dienstag, 17. März 2015

The Longest Journey, Dreamfall &Dreamfall:Chapters - eine Herzensangelegenheit

Schon sehr lange habe ich vor, hier im Blog mein absolutes Lieblings-Computerspiel vorzustellen. Es liegt mir so sehr am Herzen, dass ich mich schwer tue, die richtigen Worte zu finden. Also fange ich jetzt einfach an draufloszuschreiben und hoffe das Beste.

Ich bin mit 2D-Point-and-Click Adventuren aufgewachsen. Ich glaube, Monkey Island I war sogar das allererste Spiel, mit dem ich Anfang der 90er in Berührung kam. Ich liebe es, Geschichten zu erleben und dabei Rätsel zu lösen und seit Monkey Island habe ich jedes Adventure verschlungen, das ich in die Hände bekam.

Vor einiger Zeit ist in der Gaming Welt die Diskussion um weibliche Game-Protagonistinnen ausgebrochen und da erinnerte ich mich wieder an eine Spielreihe, in die ich mich im Jahr 2000 verliebt habe: The Longest Journey, Dreamfall und Dreamfall: Chapters.

Bevor ich die einzelnen Spiele etwas ausführlicher beschreibe, möchte ich schon am Anfang betonen, warum jeder diese Reihe spielen sollte. Die Spiele haben sympatische, nicht sexualisierte weibliche Leadcharaktere, sind voll von feministischen Gedanken, haben Queer-Charas, POC, einen Hacker, der im Roll... äh... Schwebestuhl sitzt, depressive Charaktere, handeln von Unterdrückung und Freiheitskampf und und und.

Der erste Teil der Reihe ist auch mein Herzensspiel:

The Longest Journey

The Longest Journey ist, glaube ich, das erste Point-and-Click Andventure mit einer Frau in der Hauptrolle, das ich gespielt habe.
Darf ich vorstellen, April Ryan:



(Das Spiel kam 1999 raus, die Grafik ist für heutige Verhältnisse nicht wirklich ansprechend aber es reicht vollkommen, um in die wunderbare Welt des Games einzutauchen. Und durch die epische Story, die genialen Charaktere und die tollen Rätsel wird man mehr als entlohnt.)

Wo war ich, ach ja, April Ryan.
April Ryan ist eine junge Frau, die von zu Hause abgehauen ist, um Kunst zu studieren. Sie wohnt in einem kleinen, spärlich eingerichteten Zimmer, arbeitet nebenbei als Kellnerin in einem Café und steckt mitten in einem Kreatief... und einer kleinen Lebenskrise, weil sie denkt, dass sie nichts kann, und nicht weiß, was sie mit ihrem Leben eigentlich anfangen will. Sie ist eine ganz normale Person wie du und ich, keine Kämpferin, Magierin, kein Genie. Einfach durchschnittlich. Kurz gesagt, man kann sich super gut mit ihr identifizieren.




April lebt in Newport um das Jahr 2200 herum, in einer Welt, die unserer sehr ähnlich ist, in der Zukunft quasi. Eines Tages beginnt sie von Drachen und einer zauberhaften Welt zu träumen, die Träume werden so real, dass sie nicht mehr zwischen Traum und Wirklichkeit unterscheiden kann und plötzlich steht sie in Marcuria, einer mittelalterlich wirkenden Stadt mit phantastischen Wesen und Magie. Dort lernt sie, dass ihre logische Welt "Stark" und die Zauberwelt "Arcadia" vor langer langer Zeit eins waren und dann getrennt wurden, um im Gleichgewicht nebeneinander zu existieren. Nun ist das Gleichgewicht durcheinander geraten und April ist die einzige, die beide Welten retten kann.



The Longest Journey ist also ein Sci-Fi und Fantasy Spiel zugleich. Es macht Spaß, beide Welten zu erkungen und es lohnt sich, alles anzuklicken und jede Dialogmöglichkeit auszuschöpfen, denn durch Aprils sarkastische Kommentare wird das Spielt noch viel viel toller. April führ auch ein Tagebuch, das eigentlich dazu gedacht ist, nachzulesen, was man eigentlich grad machen sollte. Aber ich empfehle jedem, das Tagebuch auch so zu lesen, Aprils Schreibstil erhöht den Spielspaß enorm.



Einige Rätsel sind etwas... schwierig (ich sag nur Gummiente) aber dafür gibt es eine wunder wunderschöne Story, Charaktere und Fantasygeschöpfe, die man gang ganz tief in sein Herz schließt, den genialsten Sidekick ever und April Ryan, in die man sich nur verlieben kann.



Zudem ist der Name Programm, The Longest Journey ist eines der längsten Adventures, die ich je gespielt habe und man reist wirklich an unglaublich viele Schauplätze. Und am Ende des Spiels will man sich am liebsten gar nicht von Stark und Arcadia verabschieden.

Was mich zu meinem nächsten Punkt bring:

Dreamfall

Wer The Longest Journey heute spielt, hat einen Vorteil mir gegenüber, er/sie muss nicht 6 Jahre auf eine Fortsetzung des Spiels warten. Gut, Dreamfall ist nicht direkt eine Fortsetzung als vielmehr ein Spin Off. Und ich muss gestehen, dass ich es damals, 2006, nicht besonders mochte. Es ist kein Point and Click Adventure mehr, sondern ein 3D Adventure, Stark und Arcadia haben sich verändert (es sind ca 10 Jahre vergangen) und obwohl April immer noch eine von nun 3 spielbaren Figuren ist, ist sie nicht mehr ganz die Gleiche.
Aber ich habe das Spiel vor kurzem noch einmal gespielt und es gefiel mir schon viel besser, man muss sich nur darauf einlassen.



Durch die neue Steuerung haben sich die Rätsel verändert. Man muss weniger Gegenstände kombinieren als vielmehr unbemerkt an Wachen vorbeikommen oder unter Zeitdruck einen Fluchtweg finden. Und ein paar Mal muss man sogar kämpfen. Das sind schon mal die drei Dinge, die auf meiner "Mag ich nicht" Liste ganz oben stehen. Es kann also vorkommen, dass man an einigen Stellen länger sitzt, weil man einfach zu unbegabt für solche Actioneinlagen ist. Uuuuund es gibt teilweise wirklich gruselige Abschnitte. Aber wenn ich es geschafft habe, sollte es eigentlich machbar sein (ich bin wirklich wiiiiirklich unfähig bei sowas).

Wieder einmal sind die Charaktere und die Sorty die großen Pluspunkte an dem Spiel. Wie gesagt, spielt man im Verlauf des Spiels 3 Charaktere:

1. Zoë Castillo



Zoë lebt wie April in Stark, in Casablanca. Sie hat grad ihr Studium abgebrochen und versucht heauszufinden, was sie mit ihrem Leben machen will. Sie zweifelt gerade an allem und ganz besonders an sich selbst. Sie vernachlässigt ihre Freunde und lebt in den Tag hinein, bis ihr Exfreund, ein Journalist, plötzlich verschwindet, wärend er für eine neue Story recherchiert. Zoë versucht ihn zu finden.

2. Kian Alvane



Kian lebt in Arcadia, er ist ein religiöser Krieger, der nach Marcuria geschickt wird, um einen speziellen Auftrag zu erledigen.

3. April Ryan



Zu April schreibe ich aus Spoilergründen lieber gar nichts. ^^v

Das schöne an dem Spiel ist, dass man viele bekannte Orte und Gesichter aus The Longest Journey wiedersieht. Die Story ist recht komplex und hört mit dem miesesten Cliffhanger in der Geschichte der Videospiele auf.

Und ich musste 8 Jahre warten, bis es weiterging...

Dreamfall: Chapters

Dreamfall: Chapters ist die Fortsetzung von Dreamfall. Das Spiel wurde über Kickstarter von Fans finanziert und kam im November 2014 heraus. Allerdings handelt es sich dabei um ein Episoden-Abenteuer, wie sie zur Zeit sehr beliebt sind. Das heißt, dass man erst nur einen Teil des Games spielt und dann wieder Wochen und Monate auf den nächsten Teil warten muss. Im Moment sind 2 von 5 Teilen (Books) draußen.

Zudem hat sich die Spielweise wieder verändert, diesmal aber zum besseren. Es ist immer noch ein 3D Adventure aber der Fokus liegt auf Entscheidungen, die man treffen muss, um den Spielverlauf zu beeinflussen. Auch diese Art von Adventures sind gerade ziemlich beliebt und obwohl ich bis jetzt nur ein anderes Spiel solcher Art gespielt habe, kann ich behaupten, dass Dreamfall: Chapters das richtig richtig gut macht bis jetzt.

Die Entscheidungen sind teilweise richtig fies und man weiß nicht, welche Konsequenzen sie in der Zukunft haben. Einige können klein sein, einige das Spielerlebnis sehr stark verändern. Eine Entscheidung in Book 1 zum Beispiel beeinfluss den Beruf, den man in Book 2 ausübt. Das heißt, man hat je nach Entscheidung unterschiedliche Ziele zu erfüllen und Rätsel zu lösen. Und es gibt wieder Rätsel, die Spaß machen. Aber auch Passagen, wo es auf die Schnelligkeit ankommt. Es gibt eine komplette Sequenz, die man aus der Sicht eines Babys spielt. Man durchlebt eine Therapiesitzung, beeinfluss die Politik einer Stadt und flirtet sehr akwardly (wenn man denn will). Ich bin ziemlich begeistert von den Ideen des Entwicklerteams und könnte noch viel mehr schreiben, wenn es nicht zu viel spoilern würde.

Allein für Books 1 und 2 habe ich zusammen 15 Stunden gebraucht, das ist viel mehr, als man heutzutage für ein herkömmliches Adventure benötigt. Aber ich habe es auch richtig ausgekostet, die Gegenden zu entdecken und mit Charakteren zu reden, weil es einfach so viel Spaß macht, in Stark und Arcadia einzutauchen.




Zu guter Letzt möchte ich noch ein paar Zitate von Ragnar Tørnquist, dem Entwickler der Spielereihe und meinem persönlichen Helden, auflisten:


Because there are lots of gay and lesbian people, and why shouldn’t they be characters in games? It seemed only natural to me. And yes, Chapters will have gay characters, along with other equally normal people!
—  Ragnar Tornquist, when asked why he had Fiona and Mickey be in a relationship in TLJ

She didn’t feel like your typical game heroine: she felt like an actual person, like someone you might know. Someone you’d want to know. She had flaws, she was insecure, she struggled with her newfound powers and her destiny. She had doubts, she was close to giving up, but didn’t. She had […] humanity. She had a soul.
—  Ragnar Tørnquist talking about April Ryan

"When my daughter asks me why there are so few games with positive female role models, I don't have a good answer. It's time we change that. And when my daughter says she wants to make games herself, I know that before that can happen, I want to make our industry a better place. This is what drives us. This and all the other girls and women who have the same questions and passions. This is why no one can be neutral".

"Writing female characters is the same as writing any character—male, alien, giant asexual amoeba. Characters are characters regardless; they have to be real, they have to be interesting, they have to be someone players can love or hate, empathise with or be intrigued by. Maybe all of those.
I have never, ever felt that games are less commercial or less appealing because they had female protagonists. Or male ones. Or giant asexual amoeba (there’s a market for that, trust me). And don’t let anyone tell you differently. Players respond to interesting characters. Players don’t NOT play a game because the star is the ‘wrong’ gender. I don’t believe that for a second. If players dislike a lead character, it’s because that character is uninteresting, badly written, badly designed—and not based on whether or not they have breasts or a penis.
In short: developers do not give players enough credit. And maybe even players don’t give players enough credit."

Montag, 19. Januar 2015

Magic Letters: Anfang

Magic Letters ist ein Foto-Jahres-Projekt von Paleica.
Ziel ist es, in 52 Wochen, 26 Themen fotografisch umzusetzen, die mit den 26 Buchstaben des Alphabets beginnen. An jedem zweiten Montag im Monat wird ein neues Thema mit dem jeweiligen neuen Anfangsbuchtaben gepostet.

Das erste Thema lautet "Anfang".

Ich habe mir vorgenommen, mit diesem Projekt gleichzeitig Hannover etwas besser kennen zu lernen und zu jedem Thema eine Fotostrecke zu machen, die etwas mit der Stadt zu tun hat. Ich weiß nicht, ob das immer klappt, da ich natürlich die Themen nicht im Voraus kenne, aber ich werde es versuchen.

Im Mittelalter führte ein künstliche angelegter Kanal, der Schiffgraben, vom Altwarmbüchener Moor zum Aegidientor in Hannover. Auf dieser etwa 4 Meter breiten Wasserstraße wurde Torf und Holz vom Moor in die Stadt transportiert. Als Mitte des 19. Jahrhunderts die Straßen in Hannover ausgebaut wurden, wurde der Graben verrohrt. Das Wasser fließt in diesem Abschnitt nun unterirdisch.

Die Straße "Schiffgraben" beginnt am Aegidientorplatz.


Am ersten Gebäude im "Schiffgraben" sind keine Straßennummern angebracht, aber davor stehen drei solche Pyramiden, die hier zusammen mit dem Straßenschild für den Ausgangspunkt einer kleinen Reise stehen sollen.


Auch relativ am Anfang der Straße kann man eine Skulptur des Künstlers Timm Ulrichs entdecken. Sein "Kopf-Stein Pflaster" befindet sich zwischen der Sparkassenstiftung und dem Finanzministerium und ist sehr leicht zu übersehen. Ich bin bestimmt 2 Jahre lang regelmäßig daran vorbeigegangen und gefahren, ohne auch nur von diesem interessanten Kunstwerk Notiz zu nehmen.




Direkt hinter der Musikhochschule in einem Teilstück der Eilenriede tritt das Wasser des Schiffgrabens aus dem unterirdischen Rohr wieder an die frische Luft.




Nur um wenige Meter weiter wieder zu versiegen. Teilweise zieht sich ein ausgetrockneter Graben durch die Eilenriede, dem man jedoch gut folgen kann.


Erst ein Stück weiter fließt Wasser durch einen Zulauf dazu und der "Schiffgraben" wird wieder erkennbar.




Ich bin dem Verlauf bis zum Mittellandkanal gefolgt. Ich bin mir nicht sicher, ob der Bach unterirdisch in den Mittellandkanal fließt oder wieder durch Rohre unter dem Kanal weitergeführt wird und als "Oberer Schiffgraben" ein paar Meter weiter fortgesetzt wird. Deswegen (und weil es anfing in Strömen zu regnen), endet mein erster Beitrag zu Magic Letters genau hier.